Was ist eigentlich giftig für mein Pferd? Sollte ich mein Pferd regelmäßig entgiften – und wenn ja, wie? In diesem Beitrag erfahren Sie, welche Stoffe für Pferde giftig sind und warum es wichtig ist, die Entgiftungsorgane gezielt zu unterstützen.
Gerade im Spätherbst, nach der Turniersaison, zum Fellwechsel oder zur Vorbereitung auf die nasskalte Jahreszeit, rückt das Thema Entgiftung in den Vordergrund. Doch was steckt wirklich dahinter? Ist eine Entgiftungskur sinnvoll? Und stimmt der oft gehörte Satz „Hilft’s nicht, schadet’s nicht“?
Was ist giftig für Pferde?
Bevor man über Entgiftung spricht, sollte klar sein, was überhaupt als „Gift“ für Pferde gilt. Erst mit diesem Wissen lässt sich die Frage nach der Notwendigkeit einer Entgiftung sinnvoll beantworten. Im Wesentlichen lassen sich Giftstoffe für Pferde in drei Gruppen einteilen:
- körpereigene Gifte bzw. Stoffwechselgifte
- synthetische Gifte
- pflanzliche Gifte
Stoffwechselgifte und freie Radikale
Stoffwechselgifte, wie überschüssige Säuren, können sich bei Stoffwechselstörungen oder falscher Ernährung im Organismus ansammeln. Besonders relevant sind die sogenannten freien Radikale. Diese entstehen beim Zellstoffwechsel – sowohl beim Menschen als auch beim Pferd. Freie Radikale sind instabile Moleküle, denen ein Elektron fehlt. Um stabil zu werden, entreißen sie anderen Molekülen ein Elektron, wodurch eine Kettenreaktion entsteht. Dieser Prozess wird als oxidativer Stress bezeichnet.
Bis zu einem gewissen Grad ist oxidativer Stress normal. Der Körper fängt freie Radikale mit sogenannten Radikalfängern ab. Problematisch wird es, wenn zusätzliche Faktoren wie UV-Strahlung, Entzündungen, Medikamente, hohe körperliche Belastung oder Turnierstress hinzukommen. Eine Überproduktion an freien Radikalen kann Zellen schädigen und Proteine, Lipide oder DNA verändern.
Pflanzliche Giftstoffe – Vorsicht bei Futter und Weiden
Auch pflanzliche Giftstoffe können für Pferde gefährlich sein. Folgende Stoffe belasten Nieren und Leber – die zentralen Entgiftungsorgane:
Schimmelpilzgifte (Mykotoxine) in verdorbenem Futter.
Giftige Pflanzen wie Jakobskreuzkraut, Sumpfschachtelhalm, Herbstzeitlose oder Mutterkorn im Getreide.
Endophyten: Organismen, die in beliebten Futtergräsern wie Weidelgras oder Rohrschwingel leben und dort Giftstoffe produzieren können.
Synthetische Giftstoffe im Pferdeorganismus
Zu den synthetischen Giftstoffen zählen vor allem Pestizide, Schwermetalle sowie Farb- und Konservierungsstoffe, die sich in minderwertigen Futtermitteln finden können. Aber auch Umweltgifte wie Abgase oder Ozon gelangen über Luft und Haut in den Pferdeorganismus. Eine ständige Zufuhr solcher Stoffe belastet vor allem die Entgiftungsorgane.
Achten Sie auf eine hochwertige Futterauswahl
Belasten Sie die Entgiftungsorgane Ihres Pferdes nicht unnötig. Ob Raufutter, Kraftfutter, Mineralfutter, Salzlecksteine oder Leckerlis – eine einwandfreie Qualität sollte immer im Vordergrund stehen. Die Unterschiede zwischen Futtermitteln sind enorm. Setzen Sie daher auf naturbelassene, thermisch aufgeschlossene Produkte und meiden Sie künstliche Zusatzstoffe, die den Pferdeorganismus belasten können.
Darüber hinaus empfehlen wir, Ihr Pferd regelmäßig zu entgiften. Im zweiten Teil unserer Fachartikel-Serie erklären wir Ihnen, wie Entgiftungskuren für Pferde aussehen können und warum und wann sie sinnvoll sind.