Warum sich Heubedampfen für Ihr Pferd lohnt
Ein gutes Stallklima ist eine wichtige Grundvoraussetzung für die Allgemeingesundheit jedes Pferdes. Dennoch leiden immer mehr Pferde an verschiedensten Atemwegsbeschwerden. Diese reichen von leichten Entzündungen, über allergischen Husten, bis hin zu schweren, chronischen Erkrankungen wie COPD („Dämpfigkeit“). Viele Pferdebesitzer wissen um die Problematik von staubiger oder feuchter Stallluft. Doch was ist mit „Staub“ eigentlich gemeint – und wann wird er gefährlich? Selbst bei bestem Heu bleibt eine potenzielle Gefahr für den Atmungstrakt.
Wann Staub für Pferde gefährlich wird
Staub bezeichnet eine Ansammlung von in der Luft schwebenden Partikeln. Ob er für das Pferd problematisch ist, hängt nicht nur von der Menge, sondern vor allem vom allergenen Potenzial ab. „Normaler“ Umweltstaub (z. B. Erde) löst bei gesunden Pferden meist nur harmlosen Reizhusten aus. Kritisch sind dagegen Partikel mit Proteinanteilen wie Pilzsporen, Bakterien oder deren Zerfallsprodukte.
Gerade Heu birgt das größte Gefahrenpotenzial: Selbst qualitativ hochwertiges Heu enthält Staub, Pilze und Bakterien. Deshalb haben sich viele Pferdebesitzer entschieden, ihr Heu regelmäßig zu bedampfen – am besten mit professionellen Geräten wie jenen von Haygain.
Sauberes Futter und hygienische Stallluft
Beim Heubedampfen wird das Heu lose oder als Ballen in einen isolierten Behälter gegeben und mit heißem Dampf durchdrungen. Wichtig ist, dass der Dampf das gesamte Heu gleichmäßig erreicht und ausreichend lange einwirkt.
Studien zeigen deutliche Unterschiede zwischen trockenem und bedampftem Heu:
| Trockenes Heu | Bedampftes Heu | |
|---|---|---|
| Bakterien | 381.573 | 4.453 |
| Pilzsporen | 1,85 × 10⁸ | 0 |
| Hefen | 6.893.333 | 0 |
Das erklärt, warum Pferde mit Atemwegserkrankungen durch die Fütterung von bedampftem Heu oft deutlich profitieren.
Heu einweichen oder bedampfen?
Das Einweichen von Heu ist eine verbreitete Praxis. Dabei werden Staubpartikel zwar teilweise gebunden, kleine Restmengen reichen jedoch aus, um allergische Reaktionen auszulösen. Außerdem kann eingeweichtes Heu schnell zur Brutstätte für Keime werden. Das Heubedampfen ist hier die bessere Wahl. Bei Temperaturen über 100 °C werden Bakterien, Pilze und Sporen zuverlässig abgetötet. Gleichzeitig bleiben – anders als beim Einweichen – die wertvollen Nährstoffe im Heu erhalten.
Einen ausführlichen Vergleich finden Sie auch in unseren FAQ zum Thema Heubedampfen.
Vorteile von Heubedampfen im Überblick
Staub- und Allergenreduzierung – weniger Belastung für die Atemwege.
Nährstoffschonend – Vitamine und Mineralstoffe bleiben im Heu.
Therapeutisch bewährt – hilfreich bei COPD, Husten oder Allergien.
Prophylaxe – auch gesunde Pferde profitieren von staubarmem, hygienischem Heu.
Magenfreundlich – bedampftes Heu ist nicht nur gut für die Atemwege, sondern auch enorm bekömmlich und schmackhaft, daher auch ideal für Magen- und Kolikpatienten.
Auch bei Hufrehe und nach Operationen sinnvoll
Bei Pferden mit Hufrehe ist das Auswaschen bestimmter Nährstoffe durch Einweichen erwünscht. Das anschließende Bedampfen stellt die hygienische Qualität wieder sicher. In Top-Kliniken auf der ganzen Welt wird das Raufutter für alle Lungenpatienten, Pferde mit Neigung zu Koliken oder nach operativen Eingriffen (z. B. Kolik-OPs) vor der Fütterung bedampft. Auch an der Pferdeklinik der veterinärmedizinischen Universität Wien ist ein Heubedampfer unverzichtbarer Teil der Klinikausstattung.